Am „Strip“ führt in Las Vegas kein Weg vorbei. Die rund 6,8 Kilometer lange Straße wird von Casinos, Hotels und Shopping Malls gesäumt, die für ihre einzigartige thematische Architektur berühmt sind. Selbst wenn ihr in einem anderen Teil von Las Vegas wohnt, werdet ihr mindestens einmal auf dem Las Vegas Strip entlang dieser Bauten bummeln. Wir haben einige Fakten und Touren zum Erkunden für Euch zusammengetragen.

Fakten zum Las Vegas Strip

Der bekannteste Irrtum zuerst: Der Las Vegas Strip heißt zwar so, gehört aber in Wirklichkeit gar nicht mehr zur Stadt Las Vegas, sondern zu den Vororten Paradise und Winchester. Die eigentliche Innenstadt von Las Vegas um die berühmte Fremont Street ist vom nördlichen Ende des Strips noch einmal knapp fünf Kilometer entfernt. Dies solltet ihr auch beachten, wenn ihr ein Hotel am Strip gebucht habt und die Fremont Street besuchen wollt: Für einen Spaziergang ist die Strecke in der Wüstenhitze generell zu lang. Nehmt lieber den Bus.

Der Las Vegas Strip heißt außerdem nicht wirklich so. Er ist Teil des Las Vegas Boulevards, der an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada in Primm als South Las Vegas Boulevard beginnt und nach 82,7 Kilometern bei Dry Lake als North Las Vegas Boulevard endet. Früher war der Las Vegas Boulevard als US Route 91 der wichtigste Highway zwischen Los Angeles und Salt Lake City, ehe er bis 1974 komplett vom neueren, breiteren Interstate Highway I-15 abgelöst wurde.

Der Name Las Vegas Strip geht auf den Polizisten Guy McAfee aus Los Angeles zurück. Die Tatsache, dass er die Sittenpolizei im LAPD anführte, hielt ihn nicht davon ab, selbst Bordelle und Casinos zu leiten. In Las Vegas baute er das Golden Nugget Casino, das bis heute in der Fremont Street ansässig ist. Auf den Namen „Las Vegas Strip“ für die staubige, von Casinos und Hotels geprägte Straße vor den Toren der Stadt kam er, weil sie ihn an den Sunset Strip im heimischen Los Angeles erinnerte.

Die Entwicklung von der US Route 91 zum Las Vegas Strip

Nevada war der erste US-Bundesstaat, der das Glücksspiel legalisierte und 1931 dem Pair-O-Dice-Club am damaligen Highway 91 die erste entsprechende Lizenz erteilte. Weitere Casinos folgten und 1941 eröffnete an der Kreuzung des Las Vegas Boulevards und der Sahara Avenue mit dem El Rancho Vegas das erste Casinohotel am heutigen Strip. Das Hotel ist längst Geschichte: Heute findet ihr hier das Festivalgelände Las Vegas Festival Grounds, auf dem regelmäßig Open-Air-Konzerte und ähnliche Events stattfinden. El Rancho Vegas war jedoch so erfolgreich, dass schon ein Jahr später mit The Last Frontier das zweite Casinohotel gleich nebenan eröffnete.

1946 tauchte die Mafia in Las Vegas auf, als die beiden berühmt-berüchtigten Gangster Meyer Lansky und Benjamin „Bugsy“ Siegel am Las Vegas Strip das Flamingo Hotel eröffneten, und in den 50er-Jahren folgten ihnen die ersten Superstars der Popkultur von Elvis über Liberace bis zum „Rat Pack“ um Dean Martin, Frank Sinatra und Sammy Davis Jr. Las Vegas profitierte zu dieser Zeit von einer Anything-goes-Mentalität: Gespielt wurde noch mit echten Silberdollars statt Chips und es gab weder Tempolimits noch Einkommensteuer oder Mehrwertsteuer auf Einkäufe. Wer heiraten wollte, konnte dies spontan und ohne Wartezeit tun – und sich genauso schnell wieder scheiden lassen. Eine Nacht in einem Hotel am Las Vegas Strip kostete damals bescheidene 7,50 US-Dollar, ein Motelzimmer war sogar schon für 3,00 US-Dollar zu haben.

Seinen Ruf als „Sin City“ zementierte Las Vegas endgültig 1957, als im arabisch inspirierten Hotel The Dunes (dort, wo heute das Bellagio Hotel steht) die ersten barbusigen Mädels in der „Minsky’s Follies“-Revue die Beine schwangen. Von da an gab es kein Halten mehr: Das Stardust Hotel kopierte die Shows des Lido aus Paris und das Tropicana Hotel zog mit den Folies Bergère nach. Diese sollten insgesamt 50 Jahre – von 1959 bis 2009 – spielen und damit die am längsten aufgeführte Show von Las Vegas werden. Die meisten Hotels aus den 50er- bis 70er-Jahren sind heute längst verschwunden. Neben Bugsy Siegels Flamingo und dem Tropicana gehören das Caesars Palace (1966) und das Circus Circus Resort (1972) zu den wenigen noch verbliebenen Hotels jener Epoche.

Las Vegas Strip Palazzo

Der Las Vegas Strip im neuen Jahrtausend

Mit dem Mirage eröffnete am Las Vegas Boulevard 1989 das erste Megaresort seine Pforten und löste einen wahren Bauboom aus. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Themen-Resorts, wie das ägyptisch inspirierte Luxor mit seiner Pyramide, das Excalibur mit seinem mittelalterlichen Ritterspektakel, Treasure Island – komplett mit Piratenschiff – und das Venetian, das mit seinen künstlichen Kanälen und einem falschen Campanile einen Hauch von Venedig verbreiten will.

Die letzten noch verbliebenen klassischen Hotels konnten damit nicht mithalten und verschwanden. Auf dem Gelände des alten Desert Inn entstand The Wynn Las Vegas, das mit seiner Michelin-gekrönten Küche und einer Shopping Arcade hochpreisiger Designerlabels eine neue Ära an Luxushotels einläutete. Das Wynn rühmte sich zudem mit dem einzigen Golfplatz direkt am Las Vegas Strip, der jedoch bis 2020 durch den neuen Wynn Paradise Park ersetzt werden wird – einen Wasserpark mit Schwimmbecken, Rutschen und Wasserski.

Heute bietet der Las Vegas Strip eine bunte Mischung aus Hotels für jeden Geschmack und jede Zielgruppe: Familien mit Kindern kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Spieler, Shopper und Kulturfreunde, die die exzellenten Shows und Konzerte am Strip besuchen möchten.

Ein Bummel auf dem Las Vegas Strip

Bei Nacht entfaltet der Strip seinen ganz besonderen Reiz. Wie wäre es mit einer ganz bequemen Tour in der Limo mit einem ortskundigen Guide?

Open-Air Tour im Jeep über den Strip bei Nacht

Möchtet ihr den Las Vegas Strip der Länge nach hinabwandern, könnt ihr mit dem öffentlichen Deuce-Doppeldecker-Bus bis zum südlichsten Ende am Mandalay Bay Hotel fahren. Von hier sind es nur noch einige Schritte zum berühmten und viel fotografierten „Welcome to Fabulous Las Vegas“-Straßenschild. Das Schild wurde im Jahr 1959 von einem örtlichen Händler namens Ted Rogich bei der Künstlerin Betty Willis in Auftrag gegeben und ist heute auf unzähligen Souvenirs abgebildet.

Gleich gegenüber seht ihr die Kapelle „Little Church of the West“, die 1942 als Teil des längst abgerissenen Last Frontier Hotels gebaut und mehrmals umgesiedelt wurde. Hier heirateten schon viele Stars, von Judy Garland und Zsa Zsa Gabor bis zu Richard Gere und Noel Gallagher, und wenn ihr wollt, könnt ihr es ihnen nachtun.

Das erste große Resort am Las Vegas Strip ist das Mandalay Bay, das für seine weitläufigen Poollandschaften komplett mit Strand und einem Aquarium bekannt ist. Weiter geht es am Luxor und Excalibur vorbei nach „New York New York“, wo ihr mit einer Achterbahn zwischen den Wolkenkratzern von Manhattan hindurchsausen könnt. Auf der anderen Straßenseite seht ihr mit dem Tropicana eines der letzten verbliebenen Hotels aus der Frühzeit von Las Vegas.

Las Vegas Strip new York, New York

Vom alten Rom nach Paris und Venedig

Allmählich wird der Strip etwas feiner: Herausragende Bauten sind hier das 2010 eröffnete Cosmopolitan, das benachbarte Bellagio mit seinen beeindruckenden Wasserspielen und auf der anderen Straßenseite das Paris, komplett mit falschem Eiffelturm, Triumphbogen und Opernhaus. Eine echte Legende ist das Caesars Palace, in dem über Jahrzehnte die größten Künstler der Welt, wie Frank Sinatra, Judy Garland, Bette Midler, Elton John und zuletzt Celine Dion, auftraten. Die altrömisch angehauchte Shopping Mall „The Forum“ ist einen Bummel wert und bietet mit seiner Klimatisierung eine willkommene Möglichkeit zum Abkühlen.

Weitere sehenswerte Bauten sind das Venetian, wo ihr euch mit einer motorbetriebenen Gondel über einen Kanal fahren lassen könnt, und das Mirage mit seinem allabendlich ausbrechenden Vulkan im Garten. Das berühmte Duo Siegfried & Roy ist zwar schon lange nicht mehr mit seinen Tigern zu sehen, doch in „Siegfried & Roy’s Secret Garden and Dolphin Habitat“ könnt ihr heute noch weiße Tiger, weiße Löwen, Delphine und andere Tiere besuchen. Die früher bei Groß und Klein berühmte „Sirens of TI“-Piratenshow im benachbarten Treasure Island Hotel gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Dafür könnt ihr nun in der interaktiven S.T.A.T.I.O.N.-Ausstellung mit den Avengers von Marvel auf Tuchfühlung gehen und diverse Kostüme und Requisiten aus den Filmen bewundern.

Las Vegas Strip Eiffel Tower

Jenseits des luxuriösen Wynn Hotels wird der Las Vegas Strip allmählich ruhiger. Zu den letzten erwähnenswerten Bauten gehören die Guardian Angel Cathedral mit ihrem ungewöhnlichen Design und der Bonanza Gift Shop, der sich selbst als größter Souvenirladen der Welt bezeichnet. Auf seinen 3700 Quadratmetern Fläche findet auch ihr das perfekte Andenken an eure Reise. Einen Abstecher wert ist das Circus Circus Resort, das zu den ältesten Hotelanlagen am Las Vegas Strip gehört. Im Adventuredome findet ihr zwei Achterbahnen und etliche andere Fahrgeschäfte, eine Kletterwand, eine Minigolfbahn und unzählige Videospielautomaten.

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