Understatement ist nicht Sache des Hoover Dams. Als „der größte Damm, der je gebaut wurde”, wird er nicht nur gerne bezeichnet – in den USA gilt er zudem als historisches Nationaldenkmal. Wir zeigen euch, warum der Hoover Dam so besonders ist, wie ihr hinkommt, wo ihr übernachten könnt und was ihr rundherum erleben könnt!

Der Hoover Dam und seine Geschichte

Etwa vier Jahre dauerte der Bau des Hoover Dams – von 1931 bis 1935. Beim Hoover Dam handelt es sich um eine Bogengewichtsmauer aus 2,6 Millionen Kubikmetern Beton und 43.500 Tonnen Stahl. Er liegt zwischen den amerikanischen Bundesstaaten Arizona und Nevada südöstlich von Las Vegas im Black Canyon.

Er hat eine sehr wichtige Aufgabe: den Colorado River aufzustauen, der entlang der beiden Bundesstaat-Grenzen verläuft, um eine gleichmäßige Wasserversorgung der angrenzenden Bundesstaaten sicherzustellen. Gespeichert wird das Wasser im Lake Mead, der mit ca. 35 Milliarden Kubikmetern der größte Stausee der USA ist.

Seinen Namen verdankt heute der Hoover Dam übrigens dem früheren amerikanischen Präsidenten Herbert C. Hoover, in dessen Amtszeit von 1929 bis 1933 der Baubeginn der Talsperre fiel. Hoover wollte durch die Verknüpfung seines Namens mit dem Prestigeprojekt die Chancen auf seine Wiederwahl erhöhen und die neu entstandenen Arbeitsplätze als seinen Erfolg verkaufen  – was ihm allerdings nicht gelang. Hoover verlor seine Wiederwahl und bis 1947 trug die Talsperre den Namen „Boulder Dam”, ehe es durch Präsident Harry S. Truman zwölf Jahre später zu der heute gültigen Namensgebung kam.

Hoover Dam Schild

Der Bau des Hoover Dams war eine bewegende Meisterleistung, bei dem aber sicherlich nicht alles Gold war, was glänzte. Zunächst musste das komplette Flussbett trocken gelegt werden. Um diese Herausforderung zu meistern, wurde der Wasserlauf mit Hilfe von zwei Tunneln um die spätere Baustelle herum geleitet. Die Arbeit war mühsam und gefährlich, denn die Arbeiter waren ständig dem Risiko von herunterfallenden Steinen und den giftigen Abgasen der Trucks ausgesetzt.

Konzipiert wurde der Hoover Dam als Bogengewichtsmauer, einer Mischung aus unterschiedlichen Baustilen, die den Vorteil hat, ein geringeres Gewicht auf die Talflanken auszuüben. Die Ausmaße der Mauer sind beachtlich: an ihrer breitesten Stelle misst sie 201 Meter. Sie ist 220 Meter hoch und hat eine Gesamtlänge von 379 Meter.

Am 23. März 1935 wurde der Hoover Dam fertiggestellt. Insgesamt kostete das Projekt 165 Millionen Dollar. 5.000 Arbeiter waren am Bau des Hoover Dams beteiligt, wobei 96 der Arbeiter aufgrund von Arbeitsunfällen, Hitzschlägen oder Erschöpfung starben. Daher bewegte und bewegt der Hoover Dam noch heute und ist all diesen Arbeitern gewidmet.

Anfahrt zum Hoover Dam

Von Las Vegas aus fahrt ihr ca. 50 Meilen auf dem Highway 215 E bis Henderson, dann nehmt ihr die Interstate 515 S und biegt von dort aus auf die US-95 S, bzw. US-93 S ab. Wenn ihr zum Visitor Center oder Boulder Beach am Lake Mead wollt, dann biegt in die Lakeshore Rd. ab, wenn ihr direkt zum Hoover Dam wollt, dann bleibt auf der US 93.

Parkplätze am Hoover Dam

Der Parkplatz liegt an der „The Mike O’Callaghan – Pat Tillman Memorial Bridge„ (Colorado River Bridge) der auch „Hoover Dam Bypass” genannt wird. Der Parkplatz ist kostenlos. Zum Hoover Dam lauft ihr ca. 10 Minuten. Von hier aus habt ihr eine tolle Aussicht auf den Hoover Dam. Wenn ihr Fotos machen wollt, ist dafür übrigens die beste Zeit der Mittag, da dann die Sonne am günstigsten steht.

Weitere kostenlose Parkplätze gibt es auf der Arizona-Seite des Hoover Dams. Damit verbunden ist nämlich auch die Fahrt mit dem Auto über den Damm selbst. Parkplätze gibt es genug. Am Hoover Dam selbst gibt es auf der Nevada-Seite zwar auch ein Parkhaus, dieses kostet aber  genau wie einige andere Parkplätze auf der Nevada-Seite, bis zu 10 Dollar Gebühr.

Der Hoover Dam Bypass

Die 2010 eröffnete Bogenbrücke über den Colorado River ist u.a unter den Namen „Mike O’Callaghan – Pat Tillman Memorial Bridge” oder „Colorado River Bridge” bekannt. Sie bringt den US Highway 93 in der Nähe des Hoover Dams auf einer Höhe von 270 Metern und über eine Länge von 580 Meter von Arizona nach Nevada. Bei ihrer Fertigstellung konnte sich die Brücke als die längste und höchste Betonbogenbrücke der westlichen Hemisphäre und der zweithöchsten Brücke der USA rühmen.

Warum eigentlich Hoover Dam Bypass? Ganz einfach, die Brücke ist Teil einer Umgehungsstraße, welche die Dammkrone des Hoover Dams vom Durchgangsverkehr entlastet und dabei auch noch mehrere Haarnadelkurven auf der Arizona-Seite umgeht. Benannt wurde die Brücke bei einer Zeremonie im Jahr 2004 nach dem ehemaligen Football-Star und zuvor in Afghanistan gefallenen US-Soldaten Pat Tillman sowie dem ehemaligen Gouverneur von Nevada, Mike O’Callaghan.

Hoover Dam Bypass

Übernachten am Hoover Dam

Die Hoover Dam Lodge

Wenn ihr direkt am Hoover Dam übernachten wollt, könnt ihr die Hoover Dam Lodge nicht verfehlen. Nur ein paar Meilen von der ikonischen Talsperre entfernt ist dieses Hotel & Casino der ideale Startpunkt für Aktivitäten rund um den Hoover Dam. Das 2-Sterne-Hotel bietet euch eine angenehme Unterbringung im Retro-Stil. Das Hotel verfügt über einen Außen- und einen Whirlpool. Stärken könnt ihr euch in zwei Restaurants sowie einem Coffeeshop. Und in der Bar-Lounge könnt ihr in entspannter Atmosphäre einen Drink genießen. Falls ihr einem Spiel nicht abgeneigt seid, verfügt das Hotel darüber hinaus über ein Casino und unterstützt euch bei der Tourenplanung oder beim Ticketkauf für die umliegenden Attraktionen.

  • Adresse: 18000 Highway 93, Boulder City

Die schönsten Aktivitäten am Hoover Dam

Am Hoover Dam habt ihr die Wahl zwischen tollen Aktivitäten! Beginnt eure Erlebnisse am besten mit einem Halt an der Hoover Dam Parking Garage am Visitors Center (81 Hoover Dam Access Rd, Boulder City). Darüber hinaus könnt ihr natürlich auch den Grand- und Black Canyon mit einem Helikopter-Flug von Las Vegas aus entdecken oder den Colorado River und seine Höhlen mit einem Kanu erforschen. Die Region rund um den Hoover Dam lockt mit zahlreichen, vielseitigen Aktivitäten!

Das Hoover Dam Visitors Center

Hier erwarten euch beeindruckende Ausstellungen rund um die Entstehungsgeschichte des Hoover Dams. Das atemberaubendste Erlebnis stellt aber sicherlich die Tour zu den Kraftwerksgeneratoren da. Ihr fahrt mit einem der großen Aufzüge (die in den Black Canyon eingelassen sind) 500 Meter hinab und wandert durch die 250 Meter langen Tunnel, die aus Felsen gebohrt wurden, bis ihr den 650 Meter langen Nevada-Flügel des Kraftwerks und seine acht riesigen Generatoren besichtigen könnt.

Hoover Dam Visitor Center

Der Historic Railroad Tunnel Trail

Der Historic Railroad Trail nimmt euch über eine Distanz von 12 Kilometern mit auf eine leichte  Wanderung entlang einer ehemaligen Eisenbahnlinie. Sie bietet euch einen Panoramablick auf den Lake Mead und einen Blick auf das Boulder Basin. Ihr wandert durch fünf große Tunnel und erlebt die Entstehungsgeschichte der Eisenbahnstrecke, die von 1931 bis 1961 von Boulder City zum Hoover Dam führte. Der Weg kann in der Nähe des Lake Mead Visitor Centers oder über die Parkgarage des Hoover Dams erreicht werden.

Der Gold Strike Hot Springs Trail

Dieser Wanderweg startet kurz vor dem Hoover Dam und führt euch zum Colorado River, quasi dem verlängerten Grand Canyon, hinab. Aber Achtung, hier muss auch geklettert werden! Der rund 5 Kilometer lange Wanderweg führt euch durch eine spannende Felsenwelt. Unterwegs müsst ihr an befestigten Seilen entlang klettern, durchquert Bäche und könnt euch aber auch an schattigen, grünen Quellen entspannen.

Mein Tipp: Nehmt unbedingt pro Person 2 Liter Wasser mit! In der heißen Wüstenluft werdet ihr nicht merken, dass ihr dehydriert. Sorgt dem unbedingt vor.

Hoover Dam
Hoover Dam Visitor Center
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