Der Grand Canyon, eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der USA, erstreckt sich im Norden Arizonas von Nordosten nach Westen, nicht weit von Las Vegas in Nevada entfernt. Die Gesamtlänge beträgt 450 Kilometer, die maximale Tiefe ist 1,8 Kilometer. „North Rim“ und „South Rim“, also die beiden Seiten der Schlucht, sind zwischen sechs und dreißig Kilometer voneinander entfernt. Da es keine Brücken über den Canyon gibt, bedeutet diese geringe Luftlinien-Entfernung aber eine mehrstündige Autofahrt. Mehrheitlich gehört die Schlucht zum Gebiet des Grand-Canyon-Nationalparks. Namensgebend war der Colorado River, früher Grand River genannt, der die Schlucht geformt hat. Touristisch besonders beliebt ist der South Rim. Der North Rim ist durchschnittlich 300 Meter höher gelegen und auch kühler.

Von Las Vegas ist der Grand Canyon etwa 200 Kilometer entfernt. Erreichbar ist er mit dem (Miet-)Wagen, organisierten Touren, mit Greyhound-Bussen, per Charterflug oder Zug.

Geschichte des Grand Canyon

Der Canyon ist ein geografischer Fingerabdruck der USA, da sich an seinen Gesteinsschichten zwei Milliarden Jahre erdgeschichtlicher Entwicklung ablesen lassen. Der Colorado und seine Seitenarme haben sich in den letzten fünf bis sechs Millionen Jahren tief in die Felsformationen geschnitten, während gleichzeitig das Colorado-Plateau anstieg. Auch wenn er nicht der tiefste Canyon der Welt ist, ist er doch von der International Space Station aus deutlich sichtbar und aufgrund seiner überwältigenden Ausdehnung und farblich atemberaubenden Landschaft weltberühmt.

Besiedelt wurde er vor ungefähr dreitausend Jahren von Indianern, die ihre Lehmhütten in die Wände der Schlucht bauten und sich dort mit Felszeichnungen verewigten. Noch heute leben Indianer im Grand Canyon; auch an der Verwaltung des Nationalparks sind mehrere Indianer-Stämme beteiligt. Zudem hat der Canyon eine reiche Pflanzen- und Tierwelt.

Theodore Roosevelt, selbst häufig im Canyon zu Gast, erklärte ihn 1908 zum „National Monument“. 1919 wurde er als Nationalpark unter Schutz gestellt und 1979 in die UNESCO-Liste Weltnaturerbe aufgenommen. Ungefähr fünf Millionen Menschen besuchen ihn alljährlich.

Attraktionen und Touren im Grand Canyon

Am beliebtesten sind die Aussichtspunkte am Südrand des Canyons, an denen man den besten Panoramablick hat. Innerhalb des Parks verkehren diverse Shuttle-Services, die auch Stellen anfahren dürfen, die für Privat-Pkw geschlossen sind. Das Grand Canyon Village am South Rim ist zentrale Anlaufstelle und Ausgangspunkt vieler Unternehmungen. Hier finden sich auch die meisten Hotels.

Wer aktiv sein möchte, kann eine Bootstour auf dem Colorado River unternehmen oder wandern. Wenn du längere Wandertouren mit einer Übernachtung im Canyon (Camping oder beispielsweise die Phantom Ranch Lodge, die allerdings ein Jahr im voraus reserviert werden muss) planst, benötigst du dafür eine Genehmigung. Aufgrund der großen Hitze im Inneren der Schlucht ist es nicht empfehlenswert, an einem einzigen Tag hinab und sofort wieder herauf zu wandern. Eine zumindest kurze Wanderung ein Stück in die Schlucht hinein lohnt sich auf jeden Fall, da sich die Perspektive völlig verändert. Sehr empfehlenswert ist beispielsweise der Kaibab Trail nach Cedar Ridge (ungefähr fünf Kilometer). Der Bright Angel Trail bis zum Plateau Point ist mit fast zwanzig Kilometern Länge deutlich ambitionierter, belohnt aber mit einem wunderbaren Ausblick auf den Colorado. Wer weniger gut zu Fuß ist, für den werden traditionell beliebte Eselstouren angeboten.

Besonderen Nervenkitzel bietet eine relativ neue Attraktion: der Skywalk. In luftiger Höhe von ungefähr zweihundert Metern direkt über den Felsen hast du durch das Spezialglas einen atemberaubenden Ausblick. Der Blick in die Ferne geht sogar mehr als einen Kilometer tief, auf den Colorado River. Der Skywalk, der in einer circa 22 Meter langen Hufeisenform über den Abgrund ragt und 120 Menschen Platz bietet, kann nur im Rahmen einer Tour gebucht werden; das Fotografieren dort ist verboten. Eingeweiht wurde der Skywalk 2007 vom zweiten Mann auf dem Mond, Buzz Aldrin, bei dem man Schwindelfreiheit voraussetzen darf.

Eine einmalige Gelegenheit, die immensen Ausmaße des Grand Canyon zu erfassen, bieten Helikoptertouren, die in verschiedensten Versionen angeboten werden: vom kurzen Rundflug bis zu einer VIP-Tour inklusive Limousinenservice, Skywalk-Begehung und Champagner-Picknick.

Sehr romantisch sind die Sonnenuntergänge im Grand Canyon, die die Farbschattierungen der Schlucht richtig zur Geltung bringen.

Beste Zeit, den Grand Canyon zu besuchen
Die beste Besuchszeit ist morgens früh, da es dann ruhiger und kühler ist. Zwischen Memorial Day und Labor Day, also Mai bis September, ist es am vollsten. Januar und Februar sind ruhig, aber kühl. Erfahrungsgemäß ist der Oktober die beste Jahreszeit mit noch mildem Wetter, aber weniger Besuchern. Wer die Ruhe genießen möchte, sollte den Nordrand vorziehen. Aber oftmals genügt es, von den Aussichtspunkten aus einige Schritte zu wandern, um ein ruhiges Plätzchen zu finden. Der North Rim ist bis Mitte Oktober zugänglich, der South Rim ganzjährig.

Im Grand Canyon ist es einige Grad kühler als in Las Vegas. Die Temperaturschwankungen sind enorm. Im Sommer kann es unten in der Schlucht an die 40 Grad heiß werden, während Nord- und Südrand im Winter Minustemperaturen und Schneefall kennen. Mit der Lagentechnik kannst du nichts falsch machen, sodass du Jacke und Pullover im Bedarfsfall ausziehen kannst. Festes Schuhwerk ist Pflicht; auch Sonnenschutz, Wasser und eine Kopfbedeckung gehören ins Gepäck.

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